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Interview mit Noah Müller, Gewinner Argolite Innovationswettbewerb '13, Team Wave, Fachhochschule Bern

Was hat Sie motiviert am Wettbewerb teilzunehmen?

Als Architekturstudent sind erste Wettbewerbe eine spannende Angelegenheit. Sie bieten die Möglichkeit erste Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Speziell und lobenswert ist der Workshop der mir das Material HPL und auch die Firma nähergebracht hat.

Sie haben am Workshop teilgenommen, haben Sie nach dem Workshop genug Wissen über HPL und dessen Herstellung erhalten?
Die Grundkenntnisse für erste Ideen und Möglichkeiten konnte ich erhalten. Detailliertere Informationen zu spezifischen Fragen konnten während dem Prozess geklärt werden.

Kannten Sie vor dem Workshop das Produkt HPL?
Die Platten an sich schon. Die Möglichkeiten mit dem Material sowie deren Aufbau und Herstellung jedoch kaum.

Sie haben sich im Team angemeldet, wie sind Sie an die Herausforderung herangegangen innert 3 Monaten ein 50 Jahre etabliertes und weiterentwickeltes Produkt zu generieren?
Nun, wie Sie sagen, gibt es ja das Produkt in umfangreichen Varianten bereits. In einem ersten Schritt mussten wir also herausfinden, was es schon gibt. Als zweiter Schritt haben wir drei verschiedene Ideen verfolgt: Die Verformbarkeit durch gewebte Papierfasern. Eine App- koordinierte Vermarktungsstrategie zu entwickeln und, als dritte Variante, das Material durch eine thermochromatische Beschichtung interaktiv werden zu lassen. Eine ist schlussendlich aufgegangen und hat funktioniert.

Wieviel Zeit haben Sie investiert? Wie viel Geld haben Sie investiert?
Insgesamt hat unser Team ca. 150 Stunden verwendet. Dabei erfolgten, ausser Reisekosten, keine Ausgaben unsererseits. Wir hatten das Glück eine Partnerfirma mit ins Boot zu holen.

Wie haben Sie sich im Team koordiniert?
Jeder hatte grundsätzlich eine Strategie verfolgt. Als sich die eine Idee als machbar entpuppte, arbeiteten wird dann alle an derselben.

Wie lässt sich die Unterstützung ihrer Schule und von ihrem Referenden beschreiben?
Die Unterstützung war logischerweise zurückhaltend – ist ja auch ein Wettbewerb - , aber hilfreich. Für Fragen standen sie grundsätzlich immer zu Verfügung

Wie lässt sich die Unterstützung der Argolite AG beschreiben?
Gegen Ende des Wettbewerbes konnten wir auf die Mithilfe von Herr Nussbaumer zählen, der uns ermöglichte in Ihrem Labor die Platten zu pressen. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle.

Sie haben Platten mit thermoreaktivem Material produziert, wie sind Sie auf die Idee gestossen?
Die Idee gab es bereits, jedoch nicht mit HPL. Herr Mayer – deutscher Architekt – hat mit Thermochromatischen Farben bereits experimentiert.

Wir fanden jedoch, dass sich die zwei Ideen wunderbar ergänzen.

Hatten Sie verschiedene Ideen?
Wie bereits erwäht haben wir pro Teammitglied eine Idee verfolgt.

Was würden Sie anderen Teilnehmern mit auf den Weg geben die Herausforderung anzugehen?
In einem ersten Schritt ist der Workshop fundamental wichtig, da wichtige Erkenntnisse in Sachen industrielle Produktion gesammelt werden können und die bereits vorhandenen und umgesetzten Ideen präsentiert werden. Weiter ist eine breitgestreute Analyse zum Material HPL und ähnlichen Werkstoffen hilfreich.

Etwas Neues zu schaffen heisst nicht unbedingt das Rad neu zu erfinden. Vieles gibt es schon und muss nur neu kombiniert werden.

Was würden Sie verändern seitens der Schule, Lehrer oder Argolite AG?
Die Schule müsste den Wettbewerb mehr pushen.

Seitens der Argolite wünschte ich mir mehr News, wie die eingegangenen Projekte weiterentwickelt werden. Der Wettbewerb wird aus meiner Sicht sonst zu sehr als Werbung, denn als Suche nach Innovation verstanden.

In welchen Punkten haben Sie von der Teilnahme profitiert?
Ich konnte viele Erkenntnisse betreffend industrieller Produktion rund um das Material HPL erfahren. Zudem gewann ich an Erfahrung in Wettbewerben. Als dritter Punkt ist es ein schöner Portfolioeintrag für eine Bewerbung im Berufsleben.

Vielen Dank Noah Müller für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft.