Preisverleihung Argolite Innovationswettbewerb 2015

Im Rahmen der Swissbau 2016 wurden die drei Siegerpreise sowie das Gewinnerpreis des Praktikums des Innovationswettbewerbes 2015 verliehen.

Der Argolite Innovationswettbewerb bietet die Chance, das Talent der jugendlichen Teilnehmer und das Potential des Materials HPL in einem professionellen und praxisbezogenen KMU-Umfeld umzusetzen. Im Rahmen des Swissbau Focus fand die Preisverleihung statt.

Am Mittwoch, 13. Januar 2016 um 13.30 Uhr führte Argolite Geschäftsführer und vorstehender der Jury Markus Höchli im Swissbau Focus Bereich gekonnt durch die Preisverleihung. Im feierlichen Rahmen durften sich die Gewinner mit ihren Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren. Auf der Bühne durften die Gewinner zusammen mit Alfredo Häberli Interviews führen, und auch am anschliessenden Apéro war der Austausch mit den Jurymitgliedern und den Anwesenden der Branche wertvoll. „Eine super tolle Erfahrung“, „sehr schöne Plattform“ oder „super Gelegenheit, mit der Jury und den anderen Teilnehmern nochmals über den Wettbewerb zu sprechen“ waren einige der Reaktionen der Teilnehmer. Im Interview mit Alfredo Häberli und den Gewinnern zeigte sich auch, dass die Argolite AG mit dem Innovationswettbewerb auf offene Ohren stösst, da sich die in der Ausbildung befindenden Teilnehmer in einem ihrem Ausbildungsgrad entsprechenden Wettbewerb messen können.

Besonders erfreulich war die Zusammensetzung der diesjährigen Jury. Neben der Design-Koryphäe Alfredo Häberli gesellten sich die bekannte Innendesignerin Iria Degen und Architekt Beat Gafner hinzu, wie auch Argolite Geschäftsführer und Inhaber Markus Höchli. Unterstützt wurde der Wettbewerb von Charles Job, Professor an der BFH Bern.

Die Sieger

Den ersten Rang erreichten Tobias Stump & Nando Wespi mit ihrem Projekt „Argolight“. Doppelte Belastung, gleiche Biegung - Durch die Zugabe von unidirektionalen Flachsfasern ist das Werkstück in der Horizontalen doppelt so stark belastbar, da das langfaserige Gelege die Kräfte aufnimmt. Im Modell wurden die Fasern jeweils zwischen Kunstharz und Trägerplatte gelegt und gepresst. Für eine kommerzielle Umsetzung sollen die günstigen Naturfasern direkt in der Kunstharzplatte mitgepresst werden.

Im zweiten Rang steht das Projekt „Argofuse“ von Florian Wachter: Argofuse ist ein Laminat, das unter Druck Elektrizität erzeugt. Verpresst man piezoelektrische Kristalle ins Laminat, können diese unter Druck einen minimen elektrischen Strom abgeben (im Projekt sichtbar gemacht durch den LED-Streifen). Dies kann einfach für Visualisierungen oder als Sensoren verwendet werden. Obwohl die Leistung eines einzelnen Kristalls klein ist, kann man mit 1000 verbundenen Kristallen, verpresst in Bodenplatten, reichlich Energie erzeugen. Beispielsweise am Hauptbahnhof Zürich kann damit ein kleines Minikraftwerk betrieben werden.

Drittes Projekt „Argobend“ von René Odermatt: „Argobend“ macht das Laminat zum Textil. Die angewendete Technik ist in der Holzverarbeitung weit verbreitet. Wie das Beispiel zeigt, kann sie aber auch für die Nachbearbeitung von Laminaten adaptiert werden. Durch gezieltes Einschneiden gewinnen die sonst starren Platten an Beweglichkeit. Das eröffnet völlig neue Anwendungsbereiche für das Material. Die Einschnitte können zudem raffiniert als ästhetisches Detail mit Wiedererkennungswert eingesetzt werden. Für das Beispiel hat man ein Laserschneidegerät verwendet. Für die industrielle Bearbeitung wird jedoch ein Wasserstrahlschneidgerät empfohlen. „Argobend“ erschliesst neue Bereiche in Architektur und Design.

Ebenfalls von René Odermatt ist das Projekt „Argoleon“ oder „Argoheat“, welches das Teilzeit-Praktikum bei der Firma Argolite gewonnen hat. „Argoleon“ ist ein Laminat, das gezielt seine Farbe ändern kann. Der Effekt wird durch eine elektrische Heizfolie in Kombination mit thermochromer Farbe erzielt. Dank dem verpressten Aluminium oberhalb der Heizfolie wird die Wärme optimal auf die Fläche verteilt und die Struktur des  Heizelements ist auf der Farbe nicht mehr sichtbar. Anstelle einer zweiten Farbe (in diesem Beispiel das Weiss, das unter der schwarzen Farbe erscheint) können auch gedruckte Motive erscheinen. Die Heizfolien können Dank ihrer geringen Dicke (0.3 mm) einfach in Laminate verpresst werden. Sie sind zudem auf dem Markt gut erhältlich und lassen sich einfach und individuell zuschneiden.

Argolite Innovationswettbewerbe 2013 und 2015

 

Der Argolite Innovationswettbewerb bot die Chance, das Potential der Teilnehmer und das Potential des Materials HPL in einem professionellen und praxisbezogenen KMU-Umfeld umzusetzen.

Der Wettbewerb stand offen für Studierende aus Architektur, Innenarchitektur, Bildende Künste, Holzingenieure und Fachschüler der Holzbranche sowie Praktizierende mit diesem Ausbildungshintergrund.

Sie wurden eingeladen, die Grundlagen für die Weiterentwicklung von HPL zu überarbeiten sowie neue Herstell-, Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Ausgeschrieben wurden die Wettbewerbe wird in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule (BFH). Teilnahmeberechtigt waren Personen zwischen 18 und 32 Jahren, die zum 27. November 2015 in der Ausbildung oder bereits ausgebildet sind.

Die Wettbewerbspreise waren in der Gesamthöhe von CHF 12 000.-- dotiert. Die drei Siegerprojekte sind an der folgenden Swissbau prämiert und vorgestellt worden. Zusätzlich hatte jeder Teilnehmer die Chance auf ein 1-jähriges Teilzeitpraktikum bei der Argolite. in diesem Rahmen soll die Wettbewerbsarbeit zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt werden. Das Teilzeit-Praktikum dauerte maximal ein Jahr, wofür der Praktikant ein Honorar von total CHF 6000.-- erhielt.

Impressionen der Praktikumsarbeiten

Preisverleihung Argolite Innovationswettbewerb 2015

Gewinner Argolite Innovationswettbewerb 2015

Jurybericht vom Argolite Innovationswettbewerb 2015

Jury